Deutsche BlogsFunktionale Sicherheit

Toolqualifikation – Der Phantomschmerz der Funktionalen Sicherheit (Teil 1)!

Viele Firmen und Projektteams die erstmals Projekte im Umfeld der Funktionalen Sicherheit durchführen, haben den Eindruck, dass das Thema Toolqualifikation erfolgskritisch ist und mit hohem Aufwand verbunden ist. Obwohl dieses Thema natürlich wichtig ist und auch einen gewissen Kostenaufwand mit sich bringt, wird dem Thema interessanterweise oft eine nicht angemessene Aufmerksamkeit geschenkt.
Dieser Effekt ist in mehreren, sehr unterschiedlichen Branchen wie Luftfahrt, Automotive oder Industrieautomatisierung sehr ähnlich.
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich daher mit diesem Thema etwas näher.

Grundgedanken hinter der Toolqualifikation

Das 4-Augen Prinzip ist ein wesentlicher Aspekt der Funktionalen Sicherheit um eine Minimierung der systematischen Fehler zu erreichen. Wenn Tools eingesetzt werden und diese eine Verifikationstätigkeit übernehmen, dann sind sie integraler Bestandteil des 4-Augen Prinzips. Ein Beispiel dafür ist die automatisierte Überprüfung der Codier Richtlinien. Wenn das Tool hier einen Verstoß gegen die Regeln nicht erkennt, dann wird dieser Fehler auch nicht mehr aufgedeckt werden.

Tools können also Fehler in einem System nicht erkennen. Noch schwerwiegender sind natürlich Fehler einzustufen, die durch den Einsatz von Tools in das System eingebracht werden können. Das Beispiel hierfür ist der Compiler für die Software. Es ist offensichtlich, dass für diesen Typ von Tools besondere Anforderungen gelten, sofern kein Prozess vorhanden ist, der diese Fehler erkennen kann. Auch bei diesen Tools spielt also die Verletzung des 4 Augenprinzips den Hauptgrund für die geforderte Toolqualifikation.

Maßnahmen

Folgende Maßnahmen werden grundsätzlich angewandt um korrekte Funktionalität der Tools nachzuweisen:

  • Daten aus dem historischen Einsatz des Tools
  • Assessment des Entwicklungsprozesses des Tools
  • Test der Funktionalität des Tools
  • Vollständige Entwicklung des Tools nach einem Standard der Funktionalen Sicherheit

Die beiden bestimmenden Faktoren, welche Maßnahmen zur Anwendung kommen, sind die Branche sowie der Kritikalitätslevel des Funktionalen Sicherheitssystems.
Um eine effiziente Toolqualifikation durchführen zu können, müssen auch noch die Best Pratices in Betracht gezogen werden. Werden diese Aspekte ausreichend berücksichtigt und die sich daraus ergebenden Maßnahmen umgesetzt, verliert das Thema Toolqualifikation seinen Schrecken vollständig. Die branchenabhängigen Maßnahmen und Best Practices werden im zweiten Teil des Blogs behandelt.
Gerne unterstütze ich Sie auch bei individuellen Fragen zu der Thematik. Senden Sie eine Mail an: info[at]heicon-ulm.de.

Ein Gedanke zu „Toolqualifikation – Der Phantomschmerz der Funktionalen Sicherheit (Teil 1)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.