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Strukturelle Coverage – Sinnvoll oder Aufwand ohne Nutzen?

Sie arbeiten in Software Projekten in denen das Thema Funktionale Sicherheit immer wichtiger ist? Die Anwendung von IEC 61508, ISO 26262 oder einer vergleichbaren Norm steht vor der Tür oder Sie befinden sich bereits mitten in so einem Projekt? In diesen Fällen ist Ihnen vermutlich der Begriff Strukturelle Source Code Coverage auch schon begegnet. Meiner Erfahrung nach wird die Erreichung der strukturellen Coverage oft gleichgesetzt mit sehr hohem Testaufwand und es wird des Öfteren bezweifelt ob bei diesem Thema Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

In der Praxis werden aus meiner Sicht oft folgende beiden Fehler gemacht:

  1. Die Ermittlung der Gesamt-Coverage wird oft falsch über die einzelnen Testebenen verteilt.
  2. Die Messung der Coverage ist oft nicht vollständig automatisiert

Folgendes Bild stellt eine Verbindung her zwischen den Testebenen und der auf eine effiziente Weise erzielbare strukturelle Coverage:

V_Modell_Systemtest_with_SwIntegration_Test

Eine gute Vorgehensweist ist daher die Coverage zu messen die durch die ohnehin vorhandenen funktionalen Tests auf HW/SW oder SW/SW Integrationsebene erreicht wird. Dies sind erfahrungsgemäß oft 50% bis 80%. Durch gutes Projektmanagement ist es dann oft möglich auf Unit-Testebene nur noch die verbleibenden 20% bis 50% zu testen. Ziel sollte sein das die Erreichung der Coverage zu keinem zusätzlichen Testaufwand führt.

Wenn jetzt noch die Coverage Messung insbesondere auf der Integrationstestebene vollständig automatisiert ist, entstehen praktisch keine zusätzlichen Kosten.

Statt zusätzlicher Kosten hat man aber durch die Messung der Coverage ein exzellentes Mittel um auf eine automatisierte Art und Weise die Qualität der Requirements und der funktionalen Tests zu überprüfen.

Dadurch kann der Einsatz der Coverage Messung sogar für Projekte interessant sein, die keine Norm der Funktionalen Sicherheit erfüllen müssen.

Weitere Infos zum Thema gibts auch in der Aufzeichnung des Webinars Strukturelle Coverage – Requirements Qualität automatisiert überprüfen

Gerne unterstütze ich Sie auch bei individuellen Fragen zu Ihrem Projekt. Senden Sie eine Mail an: martin.heininger[at]heicon-ulm.de
Einen unverbindlichen Überblick über die Leistungen finden sie auch auf der
HEICON Homepage.

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