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IEC 61508 – Die Funktionale Sicherheitsgrundnorm

Functional Safety Basic Standard IEC61508

Die Funktionale Sicherheitsgrundnorm IEC61508 bezeichnet man häufig auch als Mutter aller Funktionalen Sicherheitsnormen. Mit dieser Norm war bei Ihrer Einführung 1998 die Absicht verbunden, branchenübergreifende Prozesse und Methoden zu definieren die für sicherheitsrelevante elektrische, elektronische und programmierbar elektronische Systeme anzuwenden sind. Die IEC61508 kommt zur Anwendung, sofern keine branchenspezifische Normen für diesen Bereich vorhanden sind.

Anwendungsgebiet der Funktionalen Sicherheitsgrundnorm IEC61508:

Die Automobilindustrie, die Bahnindustrie oder auch die Luftfahrt haben mit der ISO26262, der EN50128 und der DO178 Ihre branchenspezifischen Normen, sodass in diesen Branchen die IEC61508 nicht zur Anwendung kommt.

Die IEC61508 wird hauptsächlich in der Industrieautomatisierung angewendet. Wobei auch hier zunächst meist die spezifische Normen wie die IEC62061 und die ISO13849 eingesetzt werden damit z.B. der Safety Integrity Level (SIL) bzw. den Performance Level (PL) des Systems bestimmt werden kann. Für die anzuwendenden Verfahren und Maßnahmen in der Software- und Hardwareentwicklung wird an verschiedenen Stellen einzelner Normen dann aber auf die IEC61508 verwiesen.

Aus rechtlicher Sicht bildet, das Produkthaftungsgesetz in Deutschland den gesetzlichen Rahmen für die Einhaltung der Funktionalen Sicherheit in allen Branchen.

Funktionale Sicherheitsgrundnorm IEC61508 – Aufbau:

Die IEC61508 umfasst folgende 7 Teile. Sie deckt alle Produktlebensphasen ab, von der Produktidee bis zur Außerbetriebnahme und definiert auch Anforderungen an die Organisation, Verantwortlichkeiten, das Management und übergreifend an die Sicherheitskultur.

  • Teil 1: Allgemeine Anforderungen (u.a. Gesamtsicherheitslebenszyklus, Management und Beurteilung der Funktionalen Sicherheit, Zuordnung der Sicherheitsanforderungen an das E/E/PE System)
  • Teil 2: Anforderungen an sicherheitsbezogene elektrische/elektronische/programmierbare elektronische Systeme
  • Teil 3: Anforderungen an die Software
  • Teil 4: Begriffe und Abkürzungen
  • Teil 5: Beispiele zur Ermittlung der Sicherheitsintegrität
  • Teil 6: Anwendungsrichtlinie für IEC61508-2 und IEC61508-3
  • Teil 7: Überblick über Verfahren und Maßnahmen

Funktionale Sicherheitsgrundnorm IEC61508 – Beispielanwendungen:

Folgende Beispiele sind u.a. in der Norm selbst genannt:

  • Notabschaltungssystem in einer gefahrbringenden chemischen Anlage
  • Überlastwarneinrichtung eines Kranes
  • Verriegelnde Schutzeinrichtungen und Systeme zum Stillsetzen von Maschinen im Notfall
  • Motorantrieb mit variabler Geschwindigkeit zur Verwendung der Geschwindigkeitsverringerung als Schutzmaßnahme

Funktionale Sicherheitsgrundnorm IEC61508 – Abgrenzung:

Für folgende Bereiche erklärt sich die Norm ausdrücklich als nicht zuständig:

  • Umweltbedingungen welche ein System einhalten muss (z.B. EMV, Hitze, Schock etc.)
  • Jegliche Art von Security-Betrachtungen
  • Nominale Performance eines Systems und sonstige funktionale Anforderungen
  • Nicht elektrische/elektronische Sicherheitsmaßnahmen (z.B. Mechanische Absicherung eines Systems)

Bei der IEC61508 stehen die Funktionalen Sicherheitsbetrachtungen im Mittelpunkt, d.h. der Anwender ermittelt systematisch die Gefahren, welche von der (Hardware- und Software-) Funktion eines Gerätes ausgehen können. Für jede dieser Gefahren legt er dann dem Risiko angemessene Verfahren und Maßnahmen festgelegt.

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